Historie

Rom, den 25. Oktober 1907
„Ich habe Ihr AMOL in verschiedenen Fällen (...) versuchsweise erprobt, und es hat sich glänzend bewährt.“
So schrieb vor über hundert Jahren Prof. Dr. Guiseppe Patacci, der Leibarzt Seiner Heiligkeit des Papstes Pius X. an den Erfinder  der Marke AMOL.

Nach alten Rezepturen der Karmelitermönche entwickelte der Apothekersohn Vollrath Wasmuth in der Hansestadt Hamburg einen Heilkräutergeist, der in kurzer Zeit zu einem der beliebtesten deutschen Hausmittel avancierte. AMOL gehörte neben Produkten wie Odol oder Persil zu den führenden Marken des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Zwei Weltkriege und die damit verbundenen wirtschaftlichen Engpässe wurden zur Kraftprobe für das hanseatische Familienunternehmen. Doch der gute Geist aus der Flasche trotzte den Widerständen der Zeit.

 

 

Der AMOL-Hof in Hamburg –
ein historisches Baudenkmal

 

Das Fabrikgebäude am Mühlenkamp in Hamburg Winterhude ist eines der ersten in der Hansestadt verwirklichten Stahlbeton-Skelett-Gebäude, eine sogenannte „Pfahlbaute“. Auf dem moorigen Gelände wurden die Stockwerke und auch die Hofdecke „eingehängt“.

Bereits bei seiner Vollendung war der AMOL-Hof als Fabrikgebäude mit einem kombiniertem Büro- und Wohnhaus für Mitarbeiter und Altenteiler konzipiert.
Im Hinterhaus befand sich auf 2.700 qm die Fabrik. Hier wurde AMOL in großen Kesseln produziert. In der Konfektionierung saßen Frauen an langen Tischen und füllten, sortierten, etikettierten und verpackten in Handarbeit. Im Packraum wurden große Kisten für den Export vorbereitet. 50 bis 60 Mitarbeiter waren für die Firma tätig. In den oberen Stockwerken wurden noch andere Produkte entwickelt und hergestellt.

Das Vorderhaus mit rund 1.500 qm beherbergte im Hochparterre die offiziellen Büroräume. Darüber lagen Wohnungen für Angestellte und Pensionäre. Vollrath Wasmuth vertrat schon damals das Prinzip des sozialen Wohnungsbaus für die Mitarbeiter seiner Firma.

 
Zwischen den beiden Gebäuden befindet sich noch immer der ehemalige Fabrikhof, der durch einen Torweg mit dem Mühlenkamp verbunden ist.

Die denkmalgeschützten Gebäude am Mühlenkamp bilden heute den Grundstock des Immobilienbestandes der Vollrath Wasmuth KG. Die Firma erwirbt, entwickelt und verwaltet historische und denkmalgeschützte Immobilen in Hamburg und Berlin.